1900 – 1950

1903

Bis zu diesem Zeitpunkt ist die Musikkapelle noch nicht einheitlich gekleidet. Im Jahre 1903 erhalten die Musikanten einfache Jägerröcke und Jägerhüte. Diese „Uniform“ wird auch heute noch bei manchen Ausrückungen verwendet.

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1907

werden die ersten Platzkonzerte für Sommergäste gespielt. Die 4 bis 5 Konzerte im Laufe eines Sommers wurden an Sonntagen abgehalten.

1909

nimmt die Musikkapelle Seefeld an der Jahrhundertfeier, in Erinnerung an die Tiroler Freiheitskämpfe, in Innsbruck teil.

1912

Die Karwendelbahn wird eröffnet.                                                                  

Mit der Eröffnung des Karwendelbahn nahm der Fremdenverkehr ständig zu. Dies hatte auch Auswirkungen auf die Musikkapelle. Die Ausrückungen verdoppeln und verdreifachen sich binnen weniger Jahre.

1920

6.5. Der erste „Vereinsausschuss“ wird gewählt.  Als erster Obmann leitet Altbürgermeister Josef Schöpf („Lenerler“) die Geschicke der Musikkapelle. 

20.6. Enthüllung des Kriegerdenkmales.

1922

Das Probelokal im Dachgeschoss des Schulhauses wird bezogen.

1924

erhalten die Musikanten die heutige Tracht. Die Nationaltracht wurde vom Vergolder und Restaurator Josef Sailer nach einem alten Motiv entworfen und vom Seefelder Schneidermeister Sigmund Rauth gefertigt. Da die Anschaffung dieser Tracht sehr teuer war, wurde bei der Bevölkerung gesammelt. Viele Waldbesitzer spendeten Holz, welches von der Musikanten selbst aufgearbeitet werden musste. 

Ein großes Waldfest, verbunden mit einem Glückstopf, wurde veranstaltet. Obwohl die Seefelder sehr spendabel waren, wurde erst durch die großzügige Spende des Innsbrucker Lodenfabrikanten Karl Wayrer, welcher der Musikkapelle die Hälfte des benötigten Stoffes schenkte, diese bedeutende Anschaffung möglich.

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1926

18.3. Für die beabsichtigte statutenmäßige Vereinsgründung wird der Titel „Bürgermusikverein Seefeld“ gewählt. Zu Pfingsten wird am großen „Deutsch-Österr. Kameradschaftstag.“ in München aufgespielt.

21.11. Erste Erwähnung eines Ansuchens an die Gemeinde um Subvention in der Höhe von  ÖS 1000,-

16.12. erfolgt die statutenmäßige Vereinsgründung. 

Den größten Aufschwung erlebt die Musikkapelle Seefeld in den Jahren 1928 bis 1933. als der bekannte Militärkapellmeister Karl Mühlberger den Klangkörper leitete. Er komponierte u.a. den weltbekannten Kaiserjägermarsch und den Seefelder Sportmarsch, welcher auf der CD „Seefelder Musikanten“, von der Musikkapelle Seefeld im Jahre 1990 aufgenommen, zu hören ist.

Seefeld entwickelte sich in dieser Zeit zu einem der bekanntesten und bedeutendsten Fremdenverkehrsorte Tirols. Vor allem im Winter wurde Seefeld Austragungsort zahlreicher internationaler Sportveranstaltungen, die von der Musikkapelle musikalisch umrahmt wurden. Auf Grund des steigenden Bekanntheitsgrades von Seefeld konnten immer wieder hohe Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft und so manch „gekörntes Haupt“ musikalisch empfangen werden.

Außerdem häuften sich die Auftritte der Musikkapelle außerhalb von Seefeld.

1928

Ausflugsfahrt der Musikkapelle mit Konzerten in Kempten im Allgäu und Lindau am Bodensee.

1929

Die Musikkapelle Seefeld konzertiert in Salzburg.

1930

August: 600 Tiroler in Tracht fahren mit einem Sonderzug nach Ungarn, darunter zwei Musikkapellen, jene von Seefeld und Zell am Ziller. In Budapest fand die große Nationalfeier für den Sohn des berühmten Ungarnkönigs Stephan, den Hl.Emmerich, statt. Gleichzeitig wird der „Eucharistische Weltkongress“ mit ca. 170.000 Besuchern abgehalten. Nach dem Einmarsch in die Stadt, der 1 1/2 Stunden dauerte, konzertierte die Musikkapelle Seefeld, unter der Leitung von Kapellmeister Karl Mühlberger, auf der idyllischen Maragrethen Insel und fand großen Beifall.

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1931

Der Bürgermusikverein Seefeld nimmt an der Einweihung der Heldenorgel auf der Festung in Kufstein teil.

1932

Das Probelokal im Dachgeschoss des Schulhauses muss erweitert werden, denn die Mitgliederzahl steigt auf über 40 Musikanten an. 

Die schwierigsten Zeiten für den Bestand der Kapelle waren die Jahre 1933 und 1934, aber Freude und Begeisterung zur Musik und kameradschaftlicher Geist unter den Musikanten waren stärker als alle politischen Gegensätze.

1933 & 1934

Auftritte bei den „Vaterländischen“ Kundgebungen in Innsbruck.

1935

Konzert anlässlich der 15-Jahrfeier der Tiroler Heimatwehr in Innsbruck.

24.11. Beschluss über Titeländerung von „Bürgermusikverein“ au „Bürgermusikkapelle Seefeld“

1938

8./9.1. Seefelder Musikanten kommen nach Frankfurt. Empfang durch die Stadt Frankfurt im Kurfürstenzimmer des Römers (Rathaus) durch Stadtrat Dr. Lingnau und den österr. Generalkonsul Herrn Egger Auftritt im Deutschen Rundfunk Konzert im Frankfurter Tiergarten und „Ball des Deutsch-Österr. Alpenvereins“ Aus dem Frankfurter Volkblatt: 

…“Die berühmte Seefelder Bürgermusikkapelle ist zu Gast in Frankfurt. 

…“Eine junge Berühmtheit in der strammen Kapelle ist – mit seiner Klarinette – Anton Seelos, der beste Slalomläufer der Welt.“…

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1939

Für das Probelokal wird eine Feuerversicherung abgeschlossen.

1939 – 1945

Während des „Zweiten Weltkrieges“ ist die Musikkapelle zwar aktiv, aber nur sehr eingeschränkt tätig, da viele Musikanten an die Front müssen.

1945

26.5. ergeht ein eindringlicher Aufruf von Obmann Josef Sailer an die Musikanten, dass Instrument wieder in die Hand zu nehmen.

1946

12.-18.5. nimmt die Bürgermusikkapelle, als einzige Musikkapelle, an der „Südtirol-Kundgebung“ in Wien teil.

1948

– Der Musikbezirk „Seefelder Hochplateau“ wird ins Leben gerufen.

– Das erste Bezirksmusikfest wird in Seefeld abgehalten.                                                                 

22.8. Der Musikpavillon im Kurpark wird eingeweiht. Der Bürgermeister Paul Wanner übergab dem Obmann Josef Sailer den neuen Musikpavillon, erbaut nach Plänen des Architekten Wilhelm Nikolaus Prachensky. An dessen Entstehen haben viele Musikanten in unentgeltlichen Arbeitsstunden mitgeholfen, besonders Vinzenz Lasser durch seine Zimmermannsarbeit.

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